Wer auf den Azoren geschäftlich tätig werden will, muss die geografische Lage und die begrenzten logistischen Möglichkeiten berücksichtigen, einschließlich der begrenzten Formate für normale Postpakete.
Wenn es sich um Stückgut handelt, muss das, was Sie importieren und exportieren wollen, entweder teuer und klein genug sein, um per Luftfracht verschickt zu werden, oder es ist nicht von der Geschwindigkeit abhängig und klein genug, um mit der regulären Post transportiert zu werden. Und ansonsten sollte es eigentlich gleich ein Volumen haben, das mit mindestens einem (gemieteten, ggf. gekühlten) 20ft-Container transportiert werden kann.
Konkret müsste man dann die ganze Zeit einen Container hin- und herschicken, um kosteneffizient zu sein. Und das ist eine Herausforderung. Hier scheitern viele Initiativen schon im Vorfeld, denn die Azoren sind überhaupt nicht auf die Produktion von irgendetwas in irgendeinem Umfang ausgerichtet.
"Die Azoren liegen zwei Stunden näher an den USA als an den meisten EU-Ländern und wären daher ein interessanter Rückzugsort für Unternehmen, die in die USA exportieren."
Aus unternehmerischer Sicht ist die Schönheit der Inseln in diesem Punkt sofort ihre Schwäche. Aufgrund ihrer isolierten Lage haben sich die Inseln immer und vor allem auf die Subsistenzproduktion von Nahrungsmitteln konzentriert, ansonsten gibt es im Vergleich zum Festland nicht viel an Mehrwert, der die Entfernung (und die Transportkosten) kompensieren könnte.
Aktivitäten auf den Inseln in der Tourismusbranche haben bessere Erfolgschancen, vor allem, weil man als Außenstehender manchmal besser versteht, wofür die Touristen kommen. Aber diese Art von Aktivität ist von Natur aus immer zyklisch und stimmungsabhängig, so dass man wirtschaftlich nur begrenzt darauf aufbauen kann.
Die Azoren liegen zwei Stunden näher an den USA als an den meisten EU-Ländern und wären daher ein interessanter Rückzugsort für Unternehmen, die in die USA exportieren. Außerdem ist der Ort so idyllisch, dass die IT und ganz allgemein ein breites Spektrum an virtueller Arbeit auch von den Azoren aus ideal gestaltet werden könnte. Gut gemeinte Initiativen gibt es zwar, wie auf Terceira, aber sie haben sich noch nicht wirklich durchgesetzt. Auf den Azoren besteht zwar der Wunsch, dies auszubauen, aber hier stehen einer soliden Entwicklung noch eine Vielzahl anderer stiller Barrieren entgegen.
Auf Terceira haben die Azoren immer noch eine US-Militärbasis rund um den Flughafen in Lajes. Eigentlich wurden die Aktivitäten dort lange Zeit zurückgeschraubt und auf ein Minimum reduziert. Vor kurzem wurden jedoch neue Mittel für die erforderlichen Investitionen bewilligt. Eine verstärkte US-Militärpräsenz bietet natürlich auch Chancen, bleibt aber in ihrer Ausrichtung auch abhängig von der politischen Situation und Stimmung.





